MANAGEMENT HYPERTONIE| Wissenschaftlicher Beirat: G. Bönner, Bad Krozingen; H.-D. Faulhaber, Berlin; M. Middeke, München; P. Stolte, Münster |
8. Jahrgang 2008; Nr. 9 |
| Behandlung der Hypertonie auch im hohen Alter erfolgreich! Ergebnisse der HYVET-Studie |
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In zahlreichen Studien konnte dokumentiert werden, dass die Behandlung der arteriellen Hypertonie kardiovaskuläre Ereignisse und Mortalität der Betroffenen senkt1. Unklar blieb es aber bis heute, ob die Behandlung von sehr alten Patienten (über 80 Jahre) auch sinnvoll und erfolgreich ist. Denn mehrere epidemiologische Studien haben bei über 80-jährigen Personen eine inverse Beziehung von Blutdruck und Mortalität ermittelt2. Offen blieb allerdings, ob für diese inverse Beziehung nicht andere Erkrankungen verantwortlich waren, die in ihrem Verlauf mit einer Senkung des Blutdruckes verbunden sind. Die HYVET-Studie (HYpertension in the Very Elderly Trial) ging nun der Frage nach, ob eine aktive Senkung des Blutdrucks bei den sehr alten Patienten im Gegensatz zu den epidemiologischen Daten nicht doch zu einer Reduktion von kardiovaskulären Ereignissen führen kann3. |
Die Studie wurde nach 140 primären Ereignissen aus ethischen Gründen abgebrochen.
Die Ergebnisse der ITT-Analyse ergaben eine Blutdrucksenkung durch die aktive Therapie von 15,0/6,1 mm Hg im Vergleich zur Plazebo-Behandlung. In der Therapiegruppe wurden 51 Schlaganfälle und in der Plazebogruppe 69 Schlaganfälle registriert, ein Unterschied von 18 Fällen, der einer absoluten Risikoreduktion von 30 % (p<0,06) entspricht. Dies entspricht einer NNT von 94 Patienten, um einen Schlaganfall zu verhindern. Die Gesamtmortalität wurde um 21 % signifikant (p<0,02) gesenkt, die tödlichen Schlaganfälle um 39 % (p=0,05), die kardiovaskuläre Mortalität um 23 % (p&<0,06), neue Herzinsuffizienzen um 64 % (p<0,001). Alle kardiovaskulären Ereignisse wurden um 34 % hoch signifikant reduziert (p<0,001). Die positiven Effekte der antihypertensiven Therapie wurden bereits nach Ablauf eines Jahres offensichtlich. Meldungen von schweren unerwünschten Ereignissen waren in der Therapiegruppe signifikant seltener als in der Plazebogruppe (358 vs. 448; p<0,001).
Aus den Ergebnissen der HYVET-Studie lassen sich somit folgende Konsequenzen ableiten: Die Behandlung der arteriellen Hypertonie auf der Basis eines Diuretikums und eines ACE-Hemmers ist auch bei über 80-jährigen Hypertonikern hoch effektiv, da sie die kardiovaskulären Ereignisse und die Gesamtmortalität der Patienten signifikant senken kann. Dies entspricht den Ergebnissen bei jüngeren Patienten mit systolischer Hypertonie in der Syst-EUR4- und der STOP-Studie5. Besonders beeindruckend war die Reduktion von neu aufgetretenen Fällen an Herzinsuffizienz. Eine Plazebo-Behandlung oder keine Behandlung ist nach HYVET bei den alten Patienten ethisch nicht mehr vertretbar. Prof. Dr. Gerd Bönner, |
| Literatur: 1. Mancia G et al. (2007) J Hypertens 25: 1105-1187 2. Rastas S et al. (2006) J Am Geriatr Soc 54: 912-918 3. Beckett NS et al. (2008) NEJM 358: DOI 10.1056/NEJMoa0801369 4. Staessen JA et al. (1997) Lancet 350: 757-764 5. Dahlöf B et al. (1991) Lancet 338: 1281-1285 5. Dahlöf B et al. (1991) Lancet 338: 1281-1285 |
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