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MANAGEMENT HYPERTONIE JOURNAL BY FAX
Ein Projekt des Herz-Kreislauf-Telefons der Hochdruckliga mit Unterstützung von Servier Deutschland GmbH |
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| Wissenschaftlicher Beirat: G. Bönner, H.-D. Faulhaber, M. Middeke, R. Schmieder, P. Stolte |
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4. Jahrgang 2004; Nr. 6 |
Neue Studien zur Blutdruckselbstmessung | |
Die Blutdruckselbstmessung bietet neben der Praxis bzw. Klinikmessung und dem 24-Stunden-Blutdruckmonitoring (ABDM) eine wichtige zusätzliche Informationsmöglichkeit für die Gestaltung einer optimalen Hochdrucktherapie. Im Speziellen ermöglicht sie die Erkennung einer „Weißkittel-Hypertonie” und einer so genannten „maskierten Hypertonie”. Darüber hinaus fördert sie die Compliance der Patienten.
Im Februar/März 2004 sind die Ergebnisse zweier großer Studien zur Blutdruckselbstmessung veröffentlicht worden, deren Ergebnisse für die Bewertung der Methode von Interesse sind.
In der THOP-Studiel (Treatment of Hypertension Based on Home or Office Blood Pressure) wurden jeweils ca. 200 (197,1 202) Hypertoniepatienten entweder auf der Basis der selbst gemessenen häuslichen oder auf der Basis der in der Praxis gemessenen Blutdruckwerte schrittweise auf eine optimale Therapie eingestellt. Zielwert war der diastolische Blutdruck. Lag der Wert > 89 mm Hg, wurde die Therapie durch einen Arzt, der entweder nur die Office- oder nur die häuslich gemessenen Werte kannte, intensiviert. Lagen die Werte < 80 mm Hg, wurde das standardisierte Behandlungsprogramm um einen Schritt reduziert. Weiterer Kontrollparameter war das ABDM, das zu Beginn, nach 6 Monaten und zum Abschluss durchgeführt wurde.
Bei der Auswertung nach einem Jahr hatte die Behandlung auf der Basis der Selbstmessungen eine weniger intensive Pharmakotherapie und geringfügig niedrigere Behandlungskosten zur Folge als in der Gruppe, die auf Basis der Praxismessungen eingestellt worden war. Allerdings war auch die Blutdruckeinstellung, die mittels ABDM beurteilt wurde, in der ersten Gruppe schlechter-, im Auftreten einer Linksherzhypertrophie oder in der Lebensqualität bestanden aber keine Unterschiede zwischen beiden Gruppen.
Die Autoren schließen daraus, dass sowohl Selbstmessung als auch ABDM ergänzend zur Praxismessung erforderlich sind und dass trotz Selbstmessung auf ABDM nicht verzichtet werden kann. Die Aussagekraft dieser Studie wird dadurch eingeschränkt, dass
sie sich nur auf den diastolischen Blutdruck bei der Therapieführung orientierte.
In der SHEAF-Studie2 (Self-Measurement of Blood Pressure at Home in the Elderly; Assessment and Follow-up) wurden bei insgesamt 4.939 behandelten Hypertonikern (mittleres Alter 70 Jahre) über einen Zeitraum von zwei Wochen Ausgangswerie für Praxisblutdruck und Selbstmessung sowie kardiovaskuläre Risikofaktoren ermittelt. Die Patientengruppe wurde dann im Mittel 3,2 Jahre kontrolliert; die Behandlung erfolgte in diesem Zeitraum durch ihren praktischen Arzt ohne spezielle Empfehlungen.
Mortalität und die Häufigkeit von Komplikationen (Schlaganfall, Herzinfarkt, plötzlicher Herzlod, hospitalisierte Herzinsuffizienz und Angina pectoris) waren signifikant korrelierbar mit der Höhe des systolischen und diastolischen Blutdruckes aus der Selbstmessung, aber nicht mit dem Praxisblutdruck. 13 % der Patienten haften eine „WeißkittelHypertonie” (Praxisblutdruck erhöht, häuslicher Blutdruck normal); deren kardiovaskuläre Risikorate war nur geringfügig erhöht (1,18). Anders war die Situation bei der von den Autoren als „maskierte Hypertonie” bezeichnete Gruppe, die 9 % der Patienten betraf (Praxisblutdruck normal, häuslicher Blutdruck erhöht). Hier war das kardiovaskuläre Risiko signifikant auf das Doppelte erhöht (2,06). Die kardiovaskuläre Risikorate bei erhöhten Praxis- und häuslichen Werten betrug 1,96. Für diese Einteilung wurden folgende Grenzwerte berücksichtigt: Praxisblutdruck 140/90 mm Hg, Selbstmessung 135/85 mm Hg.
Nach diesen Ergebnissen scheint die Selbstmessung von höherem prognostischen Wert zu sein als die Praxismessung.
Zusammenfassend unterstreichen diese Studien einmal mehr die Bedeutung der Blutdruckselbstmessung für die Therapieführung, vor allem auch in Hinsicht auf die schlechtere Prognose der sog. maskierten Hypertonie. Sie ist aber auch weiterhin als komplementäre Methode zur Praxismessung und zum ABDM zu sehen.
H.-D. Faulhaber (Berlin)
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| Literatur: 1. Bobrie G, Chatellier G, Genes N, Clerson P, Vaur L, Vaisse B, Menard J, Mallion JM (2004) Cardiovascular prognosis of „masked hypertension” detected by blood pressure self-measurement in elderly treated hypertensive patients. JAMA 291: 1342-9 [Abstract]
2. Staessen JA, Den Hond E, Celis H, Fagard R, Keary L, Vandenhoven G, O'Brien ET (2004) Treatment of Hypertension Based on Home or Office Blood Pressure (THOP) Trial Investigators. Antihypertensive treatment based on blood pressure measurement at home or in the physician's office: a randomized controlled trial. JAMA 291: 955-64 [Abstract]
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