Journal by FaxMANAGEMENT HYPERTONIE
JOURNAL BY FAX

Ein Projekt des Herz-Kreislauf-Telefons der Hochdruckliga
mit Unterstützung von Servier Deutschland GmbH

Wissenschaftlicher Beirat: G. Bönner, H.-D. Faulhaber, M. Middeke, R. Schmieder, P. Stolte

7. Jahrgang 2007; Nr. 4


Hypertonieassistentin DHL®

Die Deutsche Hochdruckliga hat in 2006 die Bezeichnung "Hypertonieassistentin DHL bzw. „Hypertonieassistent DHL®” als eine besondere Qualifikation für nicht ärztliches Personal, insbesondere Arzthelferinnen, Schwestern und Pfleger nach einer entsprechenden Verbandsprüfungsordnung eingeführt Die Genehmigung zum Führen der Bezeichnung setzt die erfolgreiche Teilnahme an einer strukturierten Fortbildung der Deutschen Hochdruckliga voraus. Die Hypertonieassistentinnen/ten sollen die Ärzte bei der nachhaltigen Betreuung von Hypertonikern in Klinik und Praxis unterstützen und insgesamt die Behandlungssituation und -qualität verbessern. Damit arbeiten sie im Sinne der Ziele der Hochdruckliga. Diese sind u. a. die Entwicklung, Verwirklichung und Förderung von Maßnahmen zur Bekämpfung des hohen Blutdrucks in unserer Bevölkerung.
Angesichts der nach wie vor unzureichenden Behandlungssituation wird somit ein weiterer Schritt getan, um die Situation in der Praxis zu verbessern. Insbesondere die Kombination aus Hypertensiologe DHL® und Hypertonieassistentin DHL® ist geeignet, um in vielen Praxen einen qualitativen Schwerpunkt auf die verbesserte Hypertoniebehandlung und Langzeit-Betreuung betroffener Patienten zu setzen.
Die Interaktion zwischen informierten und aktivierten Patienten und einem vorbereiteten und proaktiven Praxisteam ist geeignet, die Versorgungssituation und nachhaltige Betreuung chronisch Kranker zu verbessern1.
Die ersten Schulungen von 33 Arzthelferinnen fanden 2005/2006 im Rahmen der COME-IN-Studie im Landkreis Ebersberg/Oberbayern statt. Die COME-IN-Studie ist eine „Compliance-Studie” im Rahmen des Schlaganfall-Projekts INVADE (Interventionsprojekt Zerebrovaskuläre Erkrankungen und Demenz im Landkreis Ebersberg) der AOK Bayern in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten (Allgemeinärzte, Internisten und Neurologen).
Aufgabe der Hypertonieassistentin ist die standardisierte Blutdruckmessung unter Praxisbedingungen, die Einführung der Patienten in die BD-Selbstmessung, die individuelle Beratung bezüglich nicht medikamentöser Maßnahmen, die Kontrolle der Medikation (korrekte Einnahme, Probleme mit der Medikation, Nebenwirkun-

gen), die Terminvergabe- und -kontrolle. Damit erhalten die Arzthelferinnen einen willkommenen Zuwachs an Kompetenz, wie es in anderen Ländern längst üblich ist®.
Für die intensivierte Betreuung der Hypertonie-Patienten erhielten die Arzthelferinnen eine 10stündige Schulung durch den Autor.
Die Schulung umfasst die Themen:

  • Blutdruckmessung (theoretischer und praktischer Teil),
  • Ursachen und Folgen der Hypertonie,
  • nicht medikamentöse Maßnahmen,
  • medikamentöse Therapie,
  • Patientenführung und Kommunikation.

Abgeschlossen wird die Schulung mit einem Testat.

Interessierte Ärzte, Arzthelferinnen, Schwestern und Pfleger wenden sich bitte an die Geschäftsstelle der Deutschen Hochdruckliga in Heidelberg. Es ist geplant in 2007 entsprechende Schulungstermine anzubieten.

Martin Middeke, München

Literatur: 1. Bodenheimer Th, MacGregor K (2005) Nurses as leaders in chronic care. Theri role is pivotal in improving care for chronic disases BMJ 330 612-613 [Full text, [extra References]
Rückfragen zu diesem Thema richten Sie bitte an die Fax-Nr. 089/57095-126.
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