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Ein Projekt des Herz-Kreislauf-Telefons der Hochdruckliga
mit Unterstützung von Servier Deutschland GmbH

Wissenschaftlicher Beirat: G. Bönner, H.-D. Faulhaber, M. Middeke, R. Schmieder, P. Stolte

3. Jahrgang 2003; Nr. 04

Zwillinge und Herz-Kreislaufforschung

Die Zwillingsforschung wurde in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts von Werner Siemens als Methode des Nachweises genetischer Einflüsse auf menschliche Krankheiten etabliert. Die aktuelle genetische Forschung wird vor allem durch die Verfügbarkeit einer Arbeitsversion der menschlichen Gensequenz und vieler Sequenzvariationen bestimmt. Trotz des Fortschritts der Molekulargenetik hat die „historische” Zwillingsmethode ihre Rolle nicht verloren. Sie nimmt – in Kombination mit Kopplungs- und Assoziationsstudien - eher an Bedeutung zu ¹. Grundlagen der Zwillingsforschung und ausgewählte Ergebnisse werden im Folgenden dargestellt ².
Bevor die Suche nach einzelnen Genen für ein klinisches Merkmal beginnt, ist eine Quantifizierung des genetischen Einflusses sinnvoll. Für den Blutdruck ist dies seit 1925 oft genug erfolgt, doch QT-Intervall oder Therapieresponse bei Antihypertensiva sind sehr aktuelle Fragestellungen. Die Heritabilität (VARgen) stellt den Anteil der Merkmalsvielfalt (Varianz, VAR) dar, der durch genetische Unterschiede bedingt ist, im Gegensatz zu Einflüssen familiärer (VARfam) und sonstiger Umweltfaktoren (VARumw). Berechnen lässt sich die Heritabilität durch mathematische Modellierung aus dem Vergleich der Ähnlichkeit (Kovarianz COV) von monozygoten (MZ) und dizygoten (DZ) Zwillingen. Dabei führen genetische Einflüsse zu einer größeren Ähnlichkeit der MZ (siehe Abbildung, dargestellt ist die Übereinstimmung für den systolischen Blutdruck), da sie genetisch identisch sind, während DZ nur die Hälfte der Gene teilen. Einflüsse aus der familiären Umwelt einschließlich pränataler Faktoren beeinflusst dagegen die Ähnlichkeit beider Arten von Zwillingen in gleicher Weise:

VAR= VARgen + VARfam + VARumw
COVmz= VARgen + VARfam
COVdz= ½ VARgen + VARfam

Grafik
Neben der Bestimmung genetischer Einflüsse auf Einzelmerkmale lässt sich auch testen, ob die Beziehung zwischen zwei oder mehr Merkmalen durch den gemeinsamen Einfluss von Genen (genetische Korrelation) bedingt ist, für das metabolische Syndrom eine wichtige Fragestellung. Hier sind gemeinsame genetische Einflüsse auf Blutdruck, Lipide und BMI nachweisbar,

Literatur: 1. Boomsma D, Busjahn A, Peltonen L (2002) Classical and twin studie and beyond. Nature Review Genetics 3(11): 872–882 [Pubmed Abstract, Full text pdf-File] 2. Für eine ausführlichere Darstellung und Sonderdrucke von Zwillingsartikeln siehe www.healthtwist.de
Bei Rückfragen oder Interesse an Literatur zu diesem Thema stehen wir Ihnen unter der Fax-Nr. 089/57095-126 gerne zur Verfügung.
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