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Beim Phäochromozytom handelt es sich um einen meist gutartigen Tumor der Nebenniere und anderer extraadrenaler chromaffiner Gewebe (ca. 15 - 18 % d. F.), der überschießend Katecholamine wie Adrenalin und Noradrenalin, selten auch Dopamin, freisetzt. Es entsteht eine Hypertonie, die häufig krisenhaften Charakter hat. Viele der Patienten klagen über die Trias „Kopfschmerzen, Schweißausbrüche und Herzklopfen”, ohne dass dieser Befund spezifisch ist. Das klinische Erscheinungsbild kann sehr variabel sein, wobei u.a. eine orthostatische Hypotonie, Gesichtsblässe, „Nervosität”, Zittern, gastrointestinale und thorakale Beschwerden sowie Gewichts-verlust mit unterschiedlicher Häufigkeit beobachtet werden. Nach neueren Untersuchungen kommt der Tumor in fast ¼ d. F. im Rahmen (häufig noch unerkannter) familiärer Syndrome bei Mutationen bestimmter Gene vor1: von Hippel-Lindau-Syndrom (vHL-Tumor-Suppressor-Gen), multiple endokrine Neoplasie Typ 2 (RET-Onkogen), Glomustumore (SDHD- u. SDHB-Gen), Neurofibromatose Typ 1 (Neurofibromatose Typ 1-Gen). Unbehandelt führt ein Phäochromozytom durch intrazerebrale Blutungen oder andere Kreislaufkomplikationen meist zum Tode; andererseits sind die Therapieaussichten bei einem erkannten Phäochromozytom durch operative Entfernung des Tumors sehr gut mit einer Heilungsrate von über 90 %. Diese Tatsache unterstreicht die wichtige Bedeutung einer frühen Diagnose.
Folgendes Vorgehen hat sich bewährt2:
Die Tumorexstirpation ist die Methode der Wahl. Neuerdings werden auch „minimal-invasive” Verfahren bei Vorliegen eines Nebennierentumors erfolgreich eingesetzt (z. B. posteriore retroperiteneoskopische Adrenalektomie). Die Operation sollte nur nach erfolgter Alpha-Blockade (z. B. Phenoxybenzamin 2 x 10 – 50 mg p.o. über 7 – 10 Tage) zur Verringerung perioperativer kardiovaskulärer Komplikationen vorgenommen werden. Zur Behandlung der Hypertonie bzw. Tachykardie werden kardioselektive Betablocker (z. B. Metoprolol) empfohlen, die möglichst nur nach bereits erfolgter Alpha-Blockade gegeben werden sollten (Blockade der ß2-Rezeptoren kann hypertensive Krise auslösen). Die perioperative Mortalität wird – je nach Zentrum – zwischen 0 und 3,3 % angegeben. Die 5-Jahresüberlebensrate liegt bei über 90 %, beim malignen Phäochromozytom (ca. 10 – 15 % d. F.) noch bei 44 %. Auch beim malignen Phäochromozytom wird eine Tumorresektion zur Verkleinerung der Tumormasse empfohlen. Im Einzelfall können ergänzende Therapiemaßnahmen hier sinnvoll sein (z. B. Metyrosin, 131J-MIBG, Chemotherapie), deren Einsatz spezialisierten Zentren vorbehalten sein sollte. Tomas Lenz, Ludwigshafen am Rhein | ||||
| Literatur: 1. Neumann HP, Bausch B, McWinney SR et al. (2002) Germ-line mutations in nonsyndromic pheochromocytoma. N Engl J Med 346(19): 1459–1466 [Pubmed Abstract] 2. Lenz T, Gossmann J, Schulte KL et al. (2002) Diagnosis of pheochromocytoma. Clin Lab 48(1-2): 5–18 [Pubmed Abstract] 3. Lenz T, Ross A, Schumm-Draeger P et al. (1998) Clonidine suppression test revisited. Blood Pressure 7(3): 153–159 [Pubmed Abstract] 4. Pacak K et al. (2001) Recent advances in genetics, diagnosis, localisation and treatment of pheochromocytoma. Ann Intern Med 134: 315–329 [Full text] 5. Lenders JWM, Pacak K, McClellan MW et al. (2002) Biochemical diagnosis of pheochromocytoma. Which test is best? JAMA 287(11): 1427–1434 [Abstract] | ||||
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